Wann ist ein Mentoring angesagt?

Der graue Berufsalltag bringt Situationen mit sich, die Chancen und Gefahren sein können. Hier ein Beispiel:

In Konflikten können sich Fronten enorm verhärten. Besonders dann, wenn die Ursachen nicht angegangen werden. Unsichtbare Mauern sind oft schwerer zum Einstürzen zu bringen als sichtbare. Und nun geht die Stimmung im Team den Bach runter. Erste Anzeichen von Mobbing lähmen den ganzen Betrieb. Diese Signale werden plötzlich auch von Kunden wahrgenommen. Es wächst die für jede Firma schädliche Unsicherheit bei den eigentlichen Geldgebern.

Dabei hat alles so unscheinbar angefangen. Ein kleiner Entscheid, der falsch kommuniziert, falsch verstanden und gegenüber dem Team nicht klar korrigiert wurde. Der Alltagsstress war stärker. Die Eigendynamik hat das ihre dazu beigetragen und nun diese zahlreiche Kündigungen … Und endlich hat auch die Geschäftsführung erkannt, dass es an der Zeit ist, Hilfe von aussen zu suchen.

Eine verfahrene Situation. Das Vertrauen und die sonst so positive Atmosphäre ist im Keller. Teambuilding ist angesagt. Statt Vorwürfe soll der Umgang mit Konflikten analysiert, gefördert und angewendet werden. Es braucht externe Sichtweisen, um die Motivation wieder zu steigern und Unklarheiten auszuräumen. Das klingt nach einem Troubleshooter, nach jemandem, der sagt, wo es langgeht. Braucht es das wirklich?

Aus Krisen Kompetenzen erarbeiten

Hilfe von aussen ist manchmal unabdingbar. Krisen haben negative Spuren hinterlassen und können zum totalen Frust führen. Aufräumen im Sinn von «den Tarif durchgeben» mag für den Moment wirksam sein. Die schnelle Lösung. Es ist wie das Essen in der Familie mit kleinen Kindern. Der Vater haut auf den Tisch und dann ist Ruhe … Für zwei Minuten zumindest. Doch lernen tut niemand so wirklich etwas daraus. Entwicklung unterbunden. Die Folge: Es geht immer wieder so weiter. Und niemand ist glücklich darüber. Es fehlt an Begleitung. An Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten. An der Reflexion im Team.

Das ist dann anders, wenn eine externe Fachperson, wie der betriebliche Mentor, im Konflikt begleitet.

Wie das aussehen kann? Zum Beispiel kann er durch gezielte Fragen Denkweisen aufdecken, Denken aktivieren und so die Sichtweisen ändern oder sie sensibilisieren. Manche Situationen können verschieden gesehen und erlebt werden. Oft interpretieren wir Aussagen oder Verhalten sehr persönlich, obwohl sie im Ursprung vielleicht sachlich gemeint waren. Neue Sichtweisen ermöglichen auch die Aktivierung von Verständnis für den anderen. Was gemeinsam angegangen wird, hinterlässt positive Spuren. Spuren, aus denen Kompetenzen entstehen können. Wertvolle Kompetenzen, die, werden sie wahrgenommen und gefördert, mit Krisen einen anderen Umgang ermöglichen.

Vor Krisen werden wir nicht verschont. Sie stehen als Chance für Weiterentwicklung unserer Persönlichkeit und für Teambuilding. Jede bewusst angegangene Krisen und jeder bewältigte Konflikt stärkt und fördert neue Kompetenzen zutage.

Grundsätzlich gilt, dass ein Mentoring nicht nur erst dann wirksam ist, wenn bereits Fronten am Entstehen sind, sondern im Vorfeld bereits Teil von Mitarbeiterausbildung und -begleitung sein darf.

Der noch relativ neue Berufslehrgang kann mit einem eidgenössischen Fachausweis abgeschlossen werden. Die genauen Infos zum Betrieblichen Mentor mit Fachausweis finden Sie hier.